Arztbesuch in Deutschland: Hausarzt finden, Versichertenkarte nutzen und Notfälle (2026)

By Nguyen Duc Minh

Arztbesuch in Deutschland: Hausarzt finden, Versichertenkarte nutzen und Notfälle (2026)

Arztbesuch in Deutschland: Hausarzt finden, Versichertenkarte nutzen und Notfälle (2026)

In einem fremden Land krank zu werden, macht jedem Sorgen. Wie funktioniert ein Arztbesuch in Deutschland — wen rufen Sie an, wohin gehen Sie und was legen Sie vor? Die gute Nachricht: Mit einer gesetzlichen Krankenversicherung sind die meisten Kosten gedeckt. Sie müssen nur wissen, wie das System funktioniert.

Der Schlüssel ist Ihr Hausarzt — die erste Anlaufstelle für fast alle Gesundheitsfragen. Dieser Artikel erklärt, wie Sie einen Hausarzt finden, die Gesundheitskarte (Versichertenkarte) nutzen und sich im Notfall richtig verhalten.

📋 Überblick auf einen Blick

AspektDetails
Erste AnlaufstelleHausarzt (Allgemeinmediziner)
Facharztmeist Überweisung nötig
Terminim Voraus vereinbaren
Zum Besuch mitnehmenGesundheitskarte + Reisepass
Apothekeerkennbar am roten „A"
Notfall112 (Rettungswagen) · 110 (Polizei)

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🩺 Der Hausarzt: Ihre erste Anlaufstelle

In Deutschland gehen Sie nicht für jedes Anliegen direkt zum Facharzt. Stattdessen haben Sie einen Hausarzt — einen Allgemeinmediziner, der alltägliche Beschwerden, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen übernimmt und Sie bei Bedarf weiterüberweist.

Suchen Sie sich früh einen Hausarzt, nicht erst im Krankheitsfall. Finden Sie eine Praxis in Wohnnähe (suchen Sie „Hausarzt + Stadtteil"), fragen Sie telefonisch, ob neue Patienten aufgenommen werden („Nehmen Sie neue Patienten auf?"), und vereinbaren Sie einen Kennenlerntermin. In großen Städten sprechen manche Ärzte Englisch — verlassen Sie sich aber nicht darauf.

Für einen Facharzt (Hautarzt, Orthopäde, Gynäkologe …) brauchen Sie meist eine Überweisung vom Hausarzt. Einige Fachrichtungen wie Augen- oder Frauenheilkunde dürfen Sie direkt aufsuchen, doch eine Überweisung erleichtert die Abrechnung.

🪪 Versichertenkarte & Behandlungskosten

Die meisten Studierenden sind gesetzlich krankenversichert (GKV — gesetzliche Krankenversicherung) bei TK, AOK oder Barmer. Beim Arztbesuch legen Sie einfach Ihre Gesundheitskarte (elektronische Versichertenkarte) vor. Die meisten Untersuchungen und Behandlungen werden direkt abgerechnet — Sie zahlen nichts an der Theke.

PostenWas Sie zahlen (GKV)
Hausarzt-/Facharztbesuchgedeckt (Karte vorlegen)
Verschreibungspflichtige Medikamentekleine Zuzahlung je Rezept
Rezeptfreie Medikamentekomplett selbst
Krankenhausaufenthaltkleine Zuzahlung pro Tag
Besuch ohne Karteggf. privat vorgestreckt

Medikamente erhalten Sie in der Apotheke (erkennbar am roten „A"). Verschreibungspflichtige Mittel brauchen ein Rezept; bei der GKV zahlen Sie nur eine kleine Zuzahlung. Hinweis: Die Beträge der Zuzahlung ändern sich jährlich — prüfen Sie die aktuellen Sätze bei Ihrer Krankenkasse.

> 💡 Tipp: Tragen Sie die Gesundheitskarte stets bei sich. Ohne Karte verlangt die Praxis ggf. eine private Vorauszahlung und erstattet erst, wenn Sie die Karte im selben Quartal vorlegen.

🧭 Wer ist wann zuständig: Hausarzt, Facharzt oder Notfall

Die richtige Wahl bringt schnellere Hilfe und erspart unnötiges Warten.

SituationWohin
Erkältung, Fieber, leichte Schmerzen, VorsorgeHausarzt (Termin)
Facharzt nötig (Haut, Augen, Gelenke)Facharzt (mit Überweisung)
Krank außerhalb der Sprechzeit, nicht lebensbedrohlich116117 anrufen (Bereitschaftsdienst)
Lebensbedrohlich (Brustschmerz, Atemnot, Unfall)sofort 112 anrufen
Zahnproblemdirekt zum Zahnarzt

Wenn Sie abends oder am Wochenende erkranken und die Praxis geschlossen ist, es aber nicht lebensbedrohlich ist, rufen Sie 116117 an — den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Er berät Sie oder verweist an die nächste Bereitschaftspraxis. Gehen Sie wegen Bagatellen nicht in die Notaufnahme.

🛟 Notfälle: Nummern & wohin Sie gehen

Bei Lebensgefahr handeln Sie sofort. Alle Nummern sind kostenlos und von jedem Telefon erreichbar, sogar ohne SIM-Karte.

Nummer / OrtWann
112medizinischer Notfall & Feuer (Rettungswagen)
110Polizei (Straftat, schwerer Unfall)
116117ärztlicher Bereitschaftsdienst (nicht lebensbedrohlich)
NotaufnahmeNotfallambulanz im Krankenhaus (schwere Fälle)
Apotheken-NotdienstNacht-/Wochenend-Apotheke

Beim Anruf der 112 bleiben Sie ruhig und nennen klar: Was ist passiert, wo (genaue Adresse), wie viele Verletzte — und legen Sie nicht auf, bis die Leitstelle es sagt. Viele Mitarbeitende sprechen Englisch.

Speichern Sie im Handy: die Nummer Ihres Hausarztes, Ihre Versichertennummer und Ihre Wohnadresse (siehe Leitfaden zur Anmeldung des Wohnsitzes für Ihre offizielle Adresse).

📌 Praktische Tipps für Studierende

❓ Häufige Fragen

Kann ich direkt zum Facharzt gehen? Einige Fachrichtungen (Augen, Gynäkologie) dürfen Sie direkt aufsuchen, die meisten brauchen aber eine Überweisung vom Hausarzt. Eine Überweisung erleichtert die Abrechnung.

Kostet ein Arztbesuch Geld? Mit der GKV legen Sie die Gesundheitskarte vor, und die meisten Kosten sind gedeckt. Sie zahlen nur eine kleine Zuzahlung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten oder im Krankenhaus.

112 oder 116117 anrufen? Rufen Sie 112 bei Lebensgefahr (Brustschmerz, Atemnot, schwerer Unfall). Rufen Sie 116117, wenn Sie außerhalb der Sprechzeit erkranken, es aber nicht bedrohlich ist und die Praxis geschlossen hat.

Sprechen Ärzte Englisch? In großen Städten manche schon. Sie können gezielt nach Praxen mit „English-speaking" suchen, sollten sich aber nicht darauf verlassen — lernen Sie ein paar deutsche Grundbegriffe oder bringen Sie eine Begleitung mit.

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Lassen Sie sich von Sprache oder Bürokratie nicht vom Arztbesuch abhalten. StudienA hilft Ihnen, das deutsche Gesundheitssystem zu verstehen — von der Versicherungswahl über die Hausarztsuche bis zum Notfall — damit Sie sich aufs Studium konzentrieren können.

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